Ein Gewinn für beide Seiten: Das Begleitete Wohnen in Familien

Menschen mit geistiger Behinderung sollen so wohnen und leben können, wie sie es sich wünschen und wie es zu ihren Bedarfen passt – das ist einer der Grundsätze der Behindertenhilfe Offenbach. Daher bieten wir verschiedenste Wohnangebote, unter anderem das bisher eher unbekannte Begleitete Wohnen in Familien.

Begleitetes Wohnen in Familien bedeutet, dass eine Familie, Lebensgemeinschaft oder Einzelperson einen Menschen mit geistiger Behinderung aufnimmt und als ‚Gastfamilie‘ betreut. Oft sind es Angehörige, die in ihrer eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus ein möbliertes Zimmer zur Verfügung stellen und jemanden in das Familienleben einbeziehen. Aber auch nicht verwandte Personen oder Familien können zur Gastfamilie werden.

Bei Familie Rubbert und Nadin ist dies ein Gewinn für beide Seiten. Von Beginn an hat die Familie Rubbert Unterstützung von der Behindertenhilfe Offenbach bekommen, haben bei uns einen Ansprechpartner und bekommen Hilfe bei Fragen, Problemen oder auch spezifischen Behördengängen.

Wir suchen weitere Familien, Einzelpersonen oder Paare, die bereit sind, einen Menschen mit geistiger Behinderung
aufzunehmen: „Für viele Menschen mit Behinderung ist diese Wohnform eine wundervolle Chance, noch mehr Selbstständigkeit zu erlernen. Leider fehlt es an Gastfamilien“, sagt Sonja Giebeler von der Behindertenhilfe. „Viele Leute, die sich um einen Menschen mit geistiger Behinderung kümmern, freuen sich, nicht mehr alleine zu leben. Einige sind bereits in Rente, möchten sich aber für andere engagieren. Manche Gasteltern hatten bereits Pflegekinder und können sich auch das Zusammenleben mit Erwachsenen gut vorstellen.“

Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit Behinderung sind nicht nötig. „Ein eigenes möbliertes Zimmer und die Bereitschaft und Offenheit, einen Menschen am eigenen Familienleben teilhaben zu lassen sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit unserem Fachdienst sind die einzigen Bedingungen“, so Giebeler.

Gastfamilien erhalten ein Betreuungsgeld von knapp 700 Euro sowie Zuschüsse für die anteilige Miete. „Ja, man braucht Geduld und es gibt auch schon mal Reibung, wie eben in jeder Familie. Aber wir bekommen ganz viel von Nadin zurück. Und es ist auch ein gutes Gefühl, einem Menschen zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen“, empfiehlt Ingelore Rubbert das Gastfamilien-Dasein.

Lesen Sie den vollständigen Presseartikel über das Zusammenleben der Gastfamilie Rubbert und Nadin!